Spezialverband für funktionierende Kreislaufwirtschaft
bei Verpackungen
Verbraucher in Deutschland engagieren sich traditionell für Umweltschutz und vor allem für Recycling. Sie haben seit langem gelernt und verinnerlicht, dass gebrauchte Verpackungen wichtige Sekundärrohstoffe darstellen und dem Wertstoffkreislauf erhalten bleiben müssen. Verbraucher unterstützen daher das in Deutschland bestehende haushaltsnahe Erfassungssystem, weil es bequem ist und ihnen außerdem die Möglichkeit bietet, einen wichtigen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz zu leisten. Zum Auf- und Ausbau dieses Systems hat die AGVU einen wesentlichen Beitrag geleistet.
Seit fast 25 Jahren engagiert sich die AGVU für Produktverantwortung bei Verpackungen. Unser Verband repräsentiert durch seine Mitglieder die gesamte Wertschöpfungskette: von der Rohstoff- und Konsumgüterindustrie, der Verpackungsindustrie über den Handel bis zu den Entsorgern.
Unsere Mitglieder haben maßgeblich dazu beigetragen, die heutigen Sammlungs- und Verwertungsstrukturen für Verpackungen in Deutschland aufzubauen und die hohen Verwertungsstandards auch in Zeiten sich ändernder wirtschaftlicher und politischer Rahmenbedingungen aufrecht zu erhalten.
Wir haben in der Vergangenheit schon mehrfach bewiesen, dass wir scheinbar unterschiedliche Meinungen der Akteure der Wertschöpfungskette bündeln und vereinheitlichen können. Dies hat uns zu einem wichtigen Gesprächspartner der Politik, Verwaltung und NGOs im Bereich Umwelt- und Verbraucherschutz gemacht. Wir repräsentieren mit ca. 400.000 Arbeitsplätzen auch ein starkes wirtschaftliches Potenzial. Weil wir aus so vielen unterschiedlichen Branchen kommen, verfügt die AGVU über eine sehr breite Basis praktischer Erfahrungen.
Die AGVU setzt sich im Dialog mit ihren Mitgliedern, der Politik und sonstigen relevanten Akteuren dafür ein, folgende Ziele zu erreichen:
- Produzenten, Abfüller, ,Handel und Entsorger übernehmen ihre Verantwortung für eine umweltgerechte und ressourcenschonende Nutzung und Verwertung von Verpackungen.
- Verbraucher werden mit Informationen und der Bereitstellung geeigneter Sammelsysteme in die Lage versetzt, ihren Beitrag zum Umweltschutz bei Verpackungen zu leisten.
- Die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Verpackungsverwertung sollen so gestaltet sein, dass Verbraucher nicht zusätzlich finanziell belastet werden. Dies setzt auch voraus, dass alle Verpflichteten ihren finanziellen Beitrag leisten.
Verpackungen sind notwendig und wertvoll!
Viele Produkte, insbesondere Lebensmittel, können ohne Verpackungen nicht gelagert, verteilt oder verkauft werden. Die Verpackung schützt nicht nur die Ware vor Beschädigung, sondern unterstützt auch die Prozesse der Logistik und des Handels.
Intelligente Verpackungen wie beispielsweise atmungsaktive Folien für Obst und Gemüse oder Folienverpackungen für Wurst und Käse tragen dazu bei, dass Lebensmittel länger haltbar sind und somit Lebensmittelabfälle vermieden werden können.
Transportverpackungen wie Kartons und Paletten sorgen nicht nur dafür, dass die Waren nicht beschädigt und damit frühzeitig zu Abfall werden. Sie ermöglichen auch eine optimale Auslastung von LKWs und Containern und tragen damit dazu bei, die Umweltbelastungen durch den Güterverkehr zu reduzieren.
Deutschland ist Recyclingweltmeister dank Industrie, Handel und Verbraucher!
Verpackungsindustrie, Hersteller, Abfüller, Handel und Entsorger haben in den letzten 25 Jahren Sammlungs- und Verwertungsstrukturen für alle Arten von Verpackungen aufgebaut, die europaweit vorbildlich sind. Im Bericht der EU-Kommission zum Stand der Umsetzung der EU-Verpackungsrichtlinie aus dem Jahr 2006 erreichte Deutschland die höchsten Werte bei der stofflichen Verwertung von Verpackungen in der EU. Mit der haushaltsnahen Erfassung von Verpackungen und dem Markenzeichen „Der Grüne Punkt“ wurde in Deutschland ein System entwickelt, das über die Dachorganisation Pro Europe heute von 33 Ländern weltweit adaptiert wurde.
Jahr für Jahr werden in Deutschland rund 7 Mio. Tonnen Verkaufsverpackungen gesammelt, sortiert und verwertet. Sie bestehen aus Glas, Papier oder Karton, aus Kunststoff, Stahl oder Aluminium. Damit tragen gebrauchte Verpackungen dazu bei, Primärenergie und -material zu sparen, wertvolle Rohstoffe dem Wirtschaftskreislauf zu erhalten und CO2-Ausstoß zu vermeiden.
Industrie und Handel haben gemeinsam zahlreiche Maßnahmen entwickelt und umgesetzt, den Einsatz von Verpackungen zu reduzieren. Bei Transportverpackungen wurden Mehrwegsysteme für Paletten, Obst- und Gemüsekisten, Eierkartons und Blumen eingeführt. In Deutschland bietet der Handel Verbrauchern seit Jahren wiederverwendbare Tragetaschen aus Kunststoff oder Baumwolle kostenpflichtig an; eine Maßnahme, die andere europäische Länder wie Frankreich oder Großbritannien erst in den letzten Jahren eingeführt haben.
Auch im Bereich der Verkaufsverpackungen konnte der Einsatz von Verpackungen reduziert oder aber Verpackungen umweltfreundlich gestaltet werden. Die Verpackungen wurden leichter, dünner, reiner und umweltschonender.
Getränkeverpackungen machen rund 10 Prozent aller Verpackungen aus und sind heute überwiegend bepfandet und werden von den Verbrauchern zurückgegeben. Getränkeflaschen aus PET oder Getränkedosen aus Stahl und Aluminium werden zu 95 Prozent zurückgenommen und stofflich verwertet. Altglas wird seit vielen Jahren zu neuen Flaschen und anderen Glasprodukten recycelt.
Getränkekartons werden überwiegend aus nachwachsenden Rohstoffen produziert und auch nach dem Gebrauch einer Wiederverwertung durch Duale Systeme zugeführt. Verbraucher in Deutschland unterstützen mit ihrem täglichen Engagement zur Abfalltrennung das bestehende System und tragen maßgeblich dazu bei, dass Deutschland Weltmeister im Trennen und Verwerten von Verpackungen ist.
AGVU Mitglieder garantieren den Fortbestand der umweltgerechten Entsorgung und stehen für die Weiterentwicklung der Recycling-Standards!
Mit der Schließung der Deponien in Deutschland und dem Ausbau der Recyclingindustrie gehören die Abfallberge der Vergangenheit an. Verpackungsabfälle wurden zu Wertstoffdepots.
Die AGVU setzt sich auch in Zukunft dafür ein, Wertstoffkreisläufe im Sinne einer nachhaltigen Ressourcenwirtschaft zu schließen. Rohstoffe werfen wir nicht weg, sondern verwerten sie und verwenden sie wieder. Mehrweg und Einweg sind für uns lediglich verschiedene Arten der mehrfachen Verwendung.
Die AGVU begrüßt die Debatte über die Ausweitung der Verpackungssammlung zur Wertstofftonne. Die AGVU unterstützt das Bedürfnis der Verbraucher, Materialien und Produkte, die sich zur Wiederverwertung eignen, in einer Recyclingtonne zu sammeln und Nicht-Verpackungen nicht einfach wegzuwerfen.
Es muss dabei aber sichergestellt bleiben, dass die hohe Qualität der Sammlung im gelben Sack beibehalten werden kann und eine faire Kostenverteilung erfolgt. Die Verbraucher erwarten ein kostengünstiges und umweltschonendes System. In beiderlei Hinsicht hat sich das privatwirtschaftliche System bewährt.
Jede Änderung muss die Frage nach den Kosten beantworten, die letztlich vom Verbraucher zu tragen sind. Die AGVU bringt ihr Fach- und Umsetzungswissen gerne auch in die Diskussion mit der Politik ein, um gemeinsam die Kreislaufwirtschaft in Deutschland weiterzuentwickeln.

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