Verpackung und Nachhaltigkeit

weissblech
Materialfraktion

Weißblech

Art und Umfang der Anwendung des Materials

  • Weißblech bzw. Verpackungsstahl ist ein vielseitig einsetzbares Material mit  ökonomischen und ökologischen Vorteile.
  • In Stärken von 0,100 bis 0,499 mm produziert, zeichnet sich Weißblech als Packmittel aus, das hohe Effizienz, Stabilität und Sicherheit bietet.
  • Verpackungen und Verschlüsse aus Weißblech schützen ihre Produkte optimal vor Licht, Luft und anderen äußeren Einflüssen und können ohne Energieverbrauch gelagert werden.
  • Weißblechverpackungen können immer wieder recycelt werden. Das schont Ressourcen und unterstützt eine echte Kreislaufwirtschaft.
  • Weißblech findet Anwendung beim Verpacken von Nahrungsmitteln und Getränken oder von chemisch-technischen Erzeugnissen wie z.B. Lacken. Neben der Lebensmittel- und Getränkedose zählen auch Aerosoldosen  und  Umverpackungen (Stichwort „Schmuck- oder Promotionsdosen“) zu attraktiven Anwendungsmöglichkeiten.
  • Der Verbrauch von Weißblech für Verpackungen des privaten Endverbrauchs lag 2015 bei 426.500 Tonnen (Quelle: GVM).

Materialeinsatz bei der Herstellung

  • Gebrauchte Weißblechverpackungen werden in der Stahlerzeugung zur Herstellung von neuem Stahl eingesetzt. Jede Tonne Stahl enthält also auch Schrott. In Deutschland kann man bei einer Recyclingrate von über 90 Prozent von einem geschlossenen Werkstoffkreislauf für Weißblechverpackungen sprechen (Quelle: GVM).
  • Weißblech wird „multirecycelt“, da das Material über unbegrenzt viele Lebenszyklen ohne Qualitätsverlust verwertbar ist. Dabei bleiben die inhärenten Eigenschaften erhalten (Quelle: TU Berlin 2012).[1] Brancheninsider sprechen daher auch von einem „permanenten Material“.
  • Die Verwertung von einer Tonne Stahl- und Eisenschrott spart folgende Primärressourcen ein: 1,6 Tonnen Eisenerz, 0,65 Tonnen Kohle und 0,3 Tonnen Kalkstein. In Deutschland wird durch das Recycling von Weißblech eine Menge von rund 1 Mio. Tonnen Primärrohstoffe eingespart. Ein beachtlicher Beitrag zur nationalen und europäischen Ressourcenstrategie.
  • Zudem wird durch den Einsatz von Weißblechschrotten in der Stahlproduktion der Energieverbrauch um bis zu 75 Prozent reduziert. Gleichzeitig sinkt der Ausstoß von Treibhausgasen um bis zu 80 Prozent.
  • Ferner sinkt der Wasserverbrauch um 40 Prozent, setzt man Stahlschrott statt Eisenerz zur Produktion von neuem Stahl ein.

Erfassung/Sortierung/Recyclingfähigkeit

  • Einmal gesammelt wird Weißblech vollständig einer Verwertung zugeführt. Privat verwendete Weißblechverpackungen werden in Deutschland flächendeckend über die dualen Systeme und fast überall im Holsystem erfasst. Die bepfandeten Stahlgetränkedosen werden separat durch das Pfandsystem der DPG Deutsche Pfandsystem GmbH erfasst.
  • Für die Rücknahme gebrauchter Stahlverpackungen aus Industrie und Gewerbe hat die Metallverpackungsindustrie gemeinsam mit der Stahlrecyclingwirtschaft und der Stahlindustrie bereits 1993 ein Rücknahmesystem gegründet: Zum einen die Kreislaufsystem Blechverpackungen Stahl GmbH (KBS) zur Sammlung und Aufbereitung industriell genutzter Weißblechverpackungen und die Deutsche Gesellschaft für Weißblechrecycling (DWR) als Vermarkter von Weißblechschrotten aus der Entsorgung des privaten Verbrauchs.
  • Der Vorteil von Verpackungsstahl in den Sortieranlagen besteht in dem Einsatz der kostengünstigen und effizienten Magnetscheider.
  • Im Jahr 2015 erzielte Weißblech in Deutschland eine Verwertungsquote (aus privatem Endverbrauch) von  92,9 Prozent (Quelle: GVM).
  • Verpackungen aus Stahl lassen sich „aufgrund seiner physikalisch-chemischen Eigenschaften praktisch unendlich recyceln“[2]. (,. Dies basiert auf dem wichtigen Bestandteil des Verpackungsstahls, dem Eisen (Fe),  ein unzerstörbares Element. Stahl wechselt je nach Einsatz lediglich Ort und Gestalt. Produkte wie Dosen, Kanister, Autos oder Flugzeuge können das Ende ihres Lebenszyklus erreichen; jedoch nicht das Material. Dessen Struktur und Eigenschaften bleiben gleich – für immer. Ein „Downcycling“, also ein Recycling mit ständigem Qualitätsverlust gibt es daher nicht.
  • Noch heute sind 80 Prozent allen jemals auf der Welt hergestellten Stahls in Gebrauch.

Entwicklung/Hintergrund/Ausblick

  • Die deutsche Stahlindustrie hat ihre Prozesse kontinuierlich verbessert, u. a. konnte der Energieverbrauch in den letzten 50 Jahren um 40 Prozent gesenkt werden. Auch bei der sich anschließenden Weißblechherstellung führten Produkt- und Prozessinnovationen in den vergangenen Jahrzehnten zu einem sinkenden Energieverbrauch.
  • Im Fokus der Innovationsaktivitäten für Verpackungen steht die kontinuierliche Weiterentwicklung zu niedrigeren Materialdicken. Eine Lebensmitteldose mit einem Durchmesser von 73 Millimetern ist heute 45 Prozent leichter als im Jahr 1974.
  • Eine 0,33-Liter-Stahlgetränkedose wiegt heute 32 Prozent weniger als im Jahr 1985.
  • Vor dem Hintergrund des neuen Verpackungsgesetzes sehen sich die Hersteller und Verarbeiter von Weißblech durch die Spitzenquoten beim Recycling sehr gut aufgestellt. Die Industrie ist zuversichtlich, die neuen, ambitionierten Quoten erfüllen zu können. So wurden neben den höheren Quoten für alle Packmittel auch Weichenstellungen für die umweltfreundliche Gestaltung von Verpackungen (Recyclingfähigkeit) getroffen. Schon heute bestätigt eine Studie die hohe Recyclingfähigkeit von Verpackungsstahl mit einem Durchschnitt von über 90%.

[1] Neugebauer, Finkbeiner (TU Berlin): Ökobilanz nach ISO 14040/44 für das Multirecycling von Stahl im Auftrag von Wirtschaftsvereinigung Stahl/Stahlinstitut VDEh, Abschlussbericht 21.06.2012, 75 Seiten.

[2]  Sabrina Neugebauer, Prof. Dr. Matthias Finkbeiner, Studie „ÖKOBILANZ NACH ISO 14040/44 FÜR DAS MULTIRECYCLING VON STAHL“, 2012

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