Verpackung und Nachhaltigkeit

weissblech
Materialfraktion

Weißblech

Art und Umfang der Anwendung des Materials

  • Weißblech bzw. Verpackungsstahl findet größtenteils Anwendung im Verpackungsbereich, z. B. zur Verpackung von Lebensmitteln, Getränken, Aerosolen, Farben und Lacken. Das Material zeichnet sich dadurch aus, dass es licht- und luftundurchlässig und unzerbrechlich ist.
  • Die Lagerung von Lebensmitteln in Dosen funktioniert ohne Energieverbrauch.
  • Der Verbrauch von Weißblech für Verpackungen des privaten Endverbrauchs lag 2012 bei 422.400 Tonnen (Quelle: GVM).

Materialeinsatz bei der Herstellung

  • Die vom privaten Endverbraucher gesammelten und den Verwertungssystemen zugeführten genutzten Weißblechverpackungen werden in der Stahlerzeugung in Deutschland zur Herstellung von neuem Stahl wieder eingesetzt. Technisch ist die Herstellung hochwertiger Flachstähle, des Vorprodukts von Weißblech, ohne Einsatz u. a. von diesen Schrotten nicht möglich. Jede Tonne Stahl enthält damit auch Schrott. In Deutschland kann man bei einer Recyclingrate von nahezu 100 Prozent von einem geschlossenen Werkstoffkreislauf sprechen.
  • Weißblech wird „multirecycelt“, da das Material über mehrere Lebenszyklen ohne Qualitätsverlust verwertbar ist. Dabei bleiben die inhärenten Eigenschaften erhalten (Quelle: TU Berlin 2012). Brancheninsider sprechen daher auch von einem „permanenten Material“.
  • Die Verwertung von einer Tonne Stahl- und Eisenschrott spart folgende Primärressourcen ein: 1,5 Tonnen Eisenerz, 0,65 Tonnen Kohle und 0,3 Tonnen Kalkstein. In Deutschland wird durch das Recycling von Weißblech eine Menge von rund 1 Mio. Tonnen Primärrohstoffe eingespart. Ein beachtlicher Beitrag zur nationalen und europäischen Ressourcenstrategie.
    Zudem wird durch den Einsatz von Weißblechschrotten in der Stahlproduktion der Energieverbrauch um bis zu 75 Prozent reduziert.

Erfassung/Sortierung/Recyclingfähigkeit

  • Einmal gesammelt, wird Weißblech vollständig einer Verwertung zugeführt.
  • Weißblechverpackungen werden in Deutschland flächendeckend über die dualen Systeme und fast überall im Holsystem erfasst. Der deutlich geringere Teil an bepfandeten Stahlgetränkedosen wird separat durch das Pfandsystem der DPG Deutsche Pfandsystem GmbH erfasst. Technisch ist diese separate Erfassung nicht erforderlich, da die Stahlgetränkedosen anschließend wieder zusammen mit den Weißblechverpackungen aus dualen Systemen verwertet werden.
  • Durch die Ausstattung der Sortieranlagen mit Magnetscheidern wird Weißblech als eigenständige Fraktion mit hoher Sortenreinheit aussortiert.
  • Im Jahr 2010 erzielte Weißblech in Deutschland eine Verwertungsquote (aus privatem Endverbrauch) von 96,9 Prozent (Quelle: GVM).
  • Weißblech ist zu 100 Prozent recycelbar – beliebig oft und ohne Minderung der Qualität. Ein „Downcycling“, also ein Recycling mit ständigem Qualitätsverlust, gibt es bei Weißblech nicht.

Entwicklung/Hintergrund/Ausblick

  • Die deutsche Stahlindustrie hat ihre Prozesse kontinuierlich verbessert, u. a. konnte der Energieverbrauch in den letzten 50 Jahren um 40 Prozent gesenkt werden. Auch bei der sich anschließenden Weißblechherstellung führten Produkt- und Prozessinnovationen in den vergangenen Jahrzehnten zu einem sinkenden Energieverbrauch.
  • Im Fokus der Innovationsaktivitäten für Verpackungen steht die kontinuierliche Weiterentwicklung zu niedrigeren Materialdicken. Eine Lebensmitteldose mit einem Durchmesser von 73 Millimetern ist heute 45 Prozent leichter als im Jahr 1974.
  • Eine 0,33-Liter-Stahlgetränkedose wiegt heute 31 Prozent weniger als im Jahr 1983.

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