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AGVU-Orientierungstag: Ansätze zur Stärkung des Rezyklateinsatzes diskutiert

„Recycling, Recyclingfähigkeit und Rezyklateinsatz – die Zukunft der Verpackung erfordert Weitsicht und intelligente Vernetzung“

Über 80 Teilnehmern bot der diesjährige AGVU-Orientierungstag unter der Überschrift „Recycling, Recyclingfähigkeit und Rezyklateinsatz“ die Möglichkeit, über die Rahmenbedingungen für einen vermehrten Einsatz von recycelten Materialien zu diskutieren. Zudem standen Ansätze und Chancen der Digitalisierung der Verpackungs-Wertschöpfung sowie die Kreislaufwirtschaftspolitik in Europa zur Diskussion.

In seiner Begrüßung ging der AGVU-Vorsitzende Dr. Carl Dominik Klepper auf die in der AGVU erarbeiteten „Empfehlungen zur Erhöhung des Einsatzes von Rezyklaten“ ein. Das Papier listet Instrumente und Maßnahmen auf, die geeignet sind, um sowohl die Qualität von Recyclingmaterial zu verbessern als auch die Nachfrage nach ihnen zu steigern.  

In ihrer Keynote gab die Leiterin der Abteilung Wasserwirtschaft und Ressourcenschutz des BMU, Dr. Regina Dube, Einblicke in die Rezyklatinitiative der Bundesregierung. Sie bestätigte, dass auch die Öffentliche Hand bei einer vermehrten Nachfrage von Recyclingmaterial gefragt sei.

Im Anschluss informierte Kurt Schüler, GVM, zu Updates aus der AGVU-Studie „Nutzen von Verpackungen“ sowie zur Studie der „Klimaschutzoffensive des Handels“, die aktuelle Hemmnisse des Rezyklateinsatzes bei Verpackungen aufzeigt.

Dr. Christian Detrois, Nestlé Deutschland, sprach zum Abschluss des Themenblocks „Einsatz von Sekundärrohstoffen“ über die Herausforderungen des Rezyklateinsatzes in Lebensmittelverpackungen und erläuterte, dass Lösungsansätze zunächst beim Einsatz von Rezyklaten in einzelnen Barriereschichten von Verpackungen sowie bei der sortenreinen Erfassung von wenig verschmutzten Lebensmittelverpackungen liegen.

Im Themenblock „Europa“ sprach Dr. Michael Scriba, mtm Plastics, über die Entwicklung von Leitlinien für die Lizenzentgelt-Modulierung nach ökologischen Kriterien. Dr. Scriba stellte in diesem Rahmen die Empfehlungen des von der AGVU organisierten Runden Tisches „Eco-Modulation“ vor. Die Empfehlungen werden in Form eines Papiers zeitnah veröffentlicht und an die EU-Kommission versandt werden.

Im Themenblock „Digitalisierung“ gaben die umweltpolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, Judith Skudelny, sowie Ulf Attevik von Tetra Pak Schweden spannende Aussichten auf die Zukunft von Verpackungen. Frau Skudelny führte aus, wie sich die Blockchain-Technologie nutzen lasse, um eine verpackungsgenaue und grenzüberschreitende Kostenzuordnung für Rohstoffe aus Recycling zu erreichen. Attevik ging in seinem Vortrag darauf ein, wie der Getränkekarton zum Datenträger zugunsten von mehr Transparenz und Nachverfolgbarkeit durch den Konsumenten werden kann.

Die Präsentationsfolien sowie die AGVU-Empfehlungen zur Erhöhung des Einsatzes von Rezyklaten sind hier abrufbar: