Verpackung und Nachhaltigkeit

ps
Materialfraktion

Polystyrol (PS)

Art und Umfang der Anwendung des Materials

  • Polystyrol, kurz PS, ist ein weitverbreiteter Kunststoff, der in vielen Bereichen des täglichen Lebens zum Einsatz kommt und entweder als thermoplastischer Werkstoff oder als Schaumstoff (EPS) verwendet wird.
  • 1931 wurde mit der technischen Herstellung von Polystyrol begonnen. Mittlerweile gehört Polystyrol zu den Standardkunststoffen und nimmt in der Produktionsrangfolge nach Polyethylen, Polypropylen und Polyvinylchlorid insgesamt den vierten Platz ein. Im Verpackungsmarkt steht PS inzwischen hinter LDPE, HDPE, PP und PET.

Materialeinsatz bei der Herstellung

  • Festes Polystyrol ist glasklar, hart und elektrisch isolierend. Als Verpackungsmaterial kommt es besonders da zum Einsatz, wo es auf hochwertige Oberflächen und/oder brillante Transparenz ankommt.
  • Geschäumtes (expandiertes) Polystyrol (EPS, in der Öffentlichkeit auch bekannt als „Airpop“) hat im Vergleich zu festem Polystyrol eine geringere mechanische Festigkeit und Elastizität. Aufgrund der Kompressibilität kann es Stoßbelastungen gut aufnehmen und eignet sich deshalb gut zur Verpackung empfindlicher Güter. Es hat eine sehr geringe Wärmeleitfähigkeit, die es für den weitverbreiteten Einsatz als Wärmedämmmaterial hervorragend qualifiziert.

Erfassung/Sortierung/Recyclingfähigkeit

  • PS lässt sich sehr gut zu neuem Kunststoff verwerten.
  • PS, das für Verkaufsverpackungen im Handel verwendet wird, sammelt haushaltsnah das duale System in Deutschland flächendeckend ein.
  • Mittels Nah-Infrarot-Technik lassen sich die einzelnen Kunststoffarten in den Sortieranlagen separieren. Heute wird eine Sortenreinheit von bis zu 98 Prozent erreicht. Das gilt auch für hartes PS. Gebrauchte EPS-Verpackungen eignen sich grundsätzlich gut zur werkstofflichen Verwertung. Sie werden aus der Sammelware entnommen und aufgrund des geringen Gewichtes mit speziellen Logistiksystemen zu den Verwertungsstandorten geliefert.
  • Das sortenreine PS kann durch mechanische Zerkleinerung zu Regranulat verarbeitet werden. Dieses findet dann Verwertung bei der Produktion bspw. von Möbeln, Kleiderbügeln oder Klappkisten und vielen weiteren Dingen, die uns im Alltag begleiten.
  • PS ist stofflich auch durch Einschmelzen/Umschmelzen im Spritzgussverfahren verwertbar. Polystyrol-Produkte sind dafür gut geeignet, da sich die Eigenschaften des Materials auch nach mehrmaliger Verarbeitung nur geringfügig verändern.

Entwicklung/Hintergrund/Ausblick

  • Mithilfe der verschiedenen werkstofflichen Verfahren können die gebrauchten Kunststoffverpackungen entweder direkt zu neuen Produkten umgeschmolzen oder zu Regranulat verarbeitet werden. Dieser körnige Recyclingkunststoff ist eine kostengünstige Alternative gegenüber Neuware und hochwertiges Ausgangsmaterial für die Kunststoff verarbeitende Industrie.

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