Verpackung und Nachhaltigkeit

pet
Materialfraktion

Polyethylenterephthalat (PET)

Art und Umfang der Anwendung des Materials

  • Polyethylenterephthalat, hauptsächlich unter seiner Kurzform PET bekannt, ist ein thermoplastischer Kunststoff, unter Hitze formbar und kann in nahezu jede beliebige Form gebracht werden. Er gehört zur Gruppe der Polyesterwerkstoffe. Das Grundmaterial wurde bereits 1941 in den USA entwickelt.
  • Das heutige PET ist ein äußerst belastbarer Kunststoff und eignet sich für Verpackungen, Behälter, Folien, Textilfasern und vieles mehr. Die Automobilindustrie nutzt hochfeste Polyesterfasern zur Herstellung von Airbags. Die weltweite Produktion liegt bei 40 Mio. Tonnen im Jahr.
    Als Verpackungsmaterial wird PET in Form von Folienverpackungen, Blistern und Flaschen eingesetzt.
  • PET-Flaschen sind besonders leicht und machen weniger als 7 Prozent des Gesamtgewichts des Produktes aus. Die damit einhergehende hohe Transporteffizienz hilft, Kraftstoffverbrauch und CO2-Emissionen zu begrenzen.

Materialeinsatz bei der Herstellung

  • Die Ausgangsprodukte von PET – Ethylenglykol und Terephthalat-Verbindungen – werden aus Erdöl oder Erdgas gewonnen. Sie können allerdings – wie andere chemische Rohstoffe auch – aus pflanzlichen Vorprodukten erzeugt werden.
  • Ein namhafter internationaler Getränkeabfüller hat eine PET-Getränkeflasche auf den Markt gebracht, deren konventionelle fossile Rohstoffbasis zu 30 Prozent gegen nachwachsende, pflanzliche Quellen ausgetauscht wurde (PlantBottle©).
  • Auch die Gewichtsreduktion von PET-Einweggetränkeflaschen spielt eine große Rolle im Hinblick auf die Ressourcenschonung. So wurden in den vergangenen Jahren die Flaschengewichte um teilweise über 14 Prozent reduziert.

Erfassung / Sortierung / Recyclingfähigkeit

  • Der überwiegende Teil wird als bepfandete Einweggetränkeverpackung über den Handel zurückgenommen. Bei Einweg-Pfandflaschen wird eine Rücklaufquote von 98,5 % erreicht. Das restliche PET wird in Deutschland flächendeckend über das duale System und fast überall im Holsystem haushaltsnah erfasst.
  • Mittels Nah-Infrarot-Technik lassen sich die einzelnen Kunststoffarten in den Sortieranlagen separieren. Heute wird eine Sortenreinheit von bis zu 98 Prozent erreicht.
  • Mithilfe der verschiedenen werkstofflichen Verfahren können die gebrauchten Kunststoffverpackungen entweder direkt zu neuen Produkten umgeschmolzen oder zu Regranulat verarbeitet werden. Dieser körnige Recyclingkunststoff ist eine kostengünstige Alternative zu Neuware und hochwertiges Ausgangsmaterial für die kunststoffverarbeitende Industrie.
  • Gebrauchte PET-Flaschen sind ein wertvoller Rohstoff. Recyceltes PET wird vor allem zur Herstellung von Kleidung und Textilien genutzt, 20 Prozent des recycelten PET werden zur Herstellung von Flaschen im Bottle-to-Bottle-Recycling verwendet.
  • Im Jahr 2006 wurden in Europa mehr als 50 Prozent des zurückgewonnenen Materials zu Polyesterfasern verarbeitet.

Entwicklung / Hintergrund / Ausblick

  • Die neueste Entwicklung im Bereich der Verpackungen aus PET stellt die Herstellung von Flaschen mit einem Anteil von bis zu 30 Prozent PET aus nachwachsenden Rohstoffen dar.
  • Weiterhin setzen immer mehr Flaschenhersteller Recyclingware ein, die aus zurückgenommenen PET-Flaschen erzeugt wurde. Hier wird bereits heute teilweise ein Recyclinganteil von 55 Prozent erreicht.

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