Verpackung und Nachhaltigkeit

papierverbund
Materialfraktion

Getränkekarton und Papierverbunde

Art und Umfang der Anwendung des Materials

  • Rund 185.000 Tonnen Getränkekartons wurden 2012 in Deutschland in den Verkehr gebracht (Quelle: GVM).
  • Verbundkartons werden als Verpackung für unterschiedliche Nahrungsmittel eingesetzt, z. B. Getränke, flüssige Molkereiprodukte, pastöses und stückiges Obst und Gemüse, Suppen, Saucen etc.

Materialeinsatz bei der Herstellung

  • Rund 75 Prozent des Getränkekartons bestehen aus Karton, der mit PE beschichtet wird. Bei Verpackungen für Frischprodukte, die keine Sauerstoffbarriere (Aluminium) benötigen, sind es ca. 80 Prozent.
  • Der Karton wird aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz hergestellt. Dabei wird ausschließlich Holz aus FSC-zertifizierten Wäldern oder anderen kontrol-lierten Quellen eingesetzt. Bereits 70 Prozent aller Getränkekartons tragen das FSC-Label – im Jahr 2020 sollen es 100 Prozent sein.
  • Im Getränkekarton werden u. a. aus lebensmittelrechtlichen Gründen keine Sekundärrohstoffe eingesetzt.
  • 70 Prozent der Energie, die bei der Produktion des Kartons verbraucht wird, stammen aus Biomasse.

Erfassung/Sortierung/Recyclingfähigkeit

  • Getränkekartons werden in Deutschland flächendeckend über das duale System und fast überall im Holsystem erfasst.
  • Durch die flächendeckende Ausstattung der Sortieranlagen mit NIR-Scannern – an deren Entwicklung die Hersteller von Getränkekartons maßgeblich beteiligt waren – werden Getränkekartons als eigenständige Fraktion mit hoher Sortenreinheit aussortiert.
  • Von geringen Schwankungen abgesehen, liegt die Verwertungsquote von Getränkekartons seit Jahren bei über 65 Prozent. Im Jahr 2012 erreichten Ge-tränkekartons eine stoffliche Verwertungsquote von 71 Prozent (Quelle: GVM).
  • Der Faseranteil des Getränkekartons lässt sich mit Standardverfahren der Altpapier-Aufbereitung zurückgewinnen. Daraus werden unterschiedliche Papier- und Kartonqualitäten hergestellt, z. B. Wellpappen-Rohpapiere, Faltschachteln, Hülsenkarton, Gipskarton etc.
  • Für die Polyethylen-/Aluminiumreststoffe existieren mehrere Verwertungsverfahren. Der Kunststoff- sowie auch der Aluminiumanteil werden energetisch verwertet, können aber auch als Sekundärrohstoffe zur Herstellung unterschiedlicher Kunststoff- und Aluminiumprodukte eingesetzt werden.

Entwicklung/Hintergrund/Ausblick

  • Seit Mitte der 1980er-Jahre nutzen die Hersteller von Getränkekartons und ihre Vormateriallieferanten Ökobilanzen als Instrument, um Prozesse und Produktion auf allen Stufen des Lebensweges ständig zu optimieren.
  • So wird sich z. B. der Anteil nachwachsender Rohstoffe durch den zunehmenden Einsatz von Verschlüssen aus Biopolymeren weiter erhöhen. Ebenso wird an Alternativen für die Folienbeschichtung aus Polyethylen und Aluminium gearbeitet.
  • Erste großtechnische Anlagen zur Trennung und stofflichen Verwertung von PE-/Al-Reststoffen sind in Betrieb. Weitere vielversprechende Verfahren sind in der Erprobung.

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